Liebe Discgolfszene!
Ich möchte unseren derzeitigen Parcours in Eisenstadt hinterfragen und ihr seid herzlichst eingeladen, über die Zukunft mitzuentscheiden.
Warum überdenke ich das aktuelle Design?
Die Zeit hat sich geändert und damit evt. auch die Anforderungen – steht der Aufwand noch im richtigen Verhältnis zum Nutzen?
Jegliche Energie (auch meine) sollte zukunftsorientiert und sinnvoll eingesetzt werden.Warum überdenke ich das aktuelle Design?
Warum schreibe ich diese Zeilen gerade jetzt?
Bereits seit 2-3 Jahren ist eine rückläufige Entwicklung erkennbar und daher mache ich mir schon seit längerem Gedanken darüber – das kleine Teilnehmerfelder des Pannonia Open war nun der Auslöser.
Was möchte ich erreichen?
Ich möchte durch eure Rückmeldungen ein Gefühl dafür bekommen, was ihr vom Parcours in Eisenstadt erwartet und in welche Richtung er sich entwickeln soll.
Nachfolgend weitere Details – falls Du jetzt bereits Feedback geben willst, nehme ich das auch gerne.
Viele von euch kennen mich gut genug, um zu wissen, was mir der Parcours in Eisenstadt bedeutet – er ist jedenfalls unzertrennlich mit meiner Discgolf-Karriere verbunden (nachzulesen im 10-Jahres-Bericht von 2022). Für jene, die mich nicht kennen – die nachfolgenden Zeilen stammen von Christian Klima (Obmann von Sportunion Discgolf Pannonia).
Viele der Bahnen tragen gänzlich oder zumindest teilweise meine Handschrift, egal ob es sich dabei um jene des roten Tournament-Layouts, jene des blauen, alternativen Pannonia-Parcours oder ob es sich um unsere anfängerfreundlichen, gelben Razorback-Bahnen handelt.
Vor 10 Jahren durfte ich bereits bei der Erstgestaltung unseres Turnierparcours maßgeblich mithelfen und im Laufe der Zeit viele Änderung und Verbesserungen vornehmen, einen 2. vollständigen Parcours designen und ein attraktives Layout für Neulinge gestalten, das auch oftmals zum Aufwärmen oder als Challenge (Stichwort 20 Würfe) von Turnierspielern genutzt wurde.
Als Benchmark betrachtete ich immer den Parcours in St. Thomas, wobei wir uns mit unserem attraktiven Bahndesign bald nicht mehr verstecken mussten. Lediglich mit der Infrastruktur und der landschaftlichen Optik konnten wir nicht ganz mithalten, wir versuchten aber immer aus unseren Verhältnisse das Beste herauszuholen. Das zeigte sich nicht zuletzt in unzähligen Turnieren mit vollem Starterfeld egal ob Winter oder Sommer und äußerst positive Rückmeldungen. Nicht einmal war zu hören, dass unser Parcours einer der Besten wenn nicht der Beste in Österreich ist – zumindest von der technischen Seite.
All das tat ich immer aus Freude zu unserem Hobby und um Euch etwas Gutes zu tun. Lange Zeit bezog ich meine Energie aus euren Rückmeldungen und der damit verbundenen Sinnhaftigkeit meine Freizeit dafür zu opfern. Mein Bestreben war es immer alle unsere Bahnen nicht nur spielbar sondern sie auch immer optisch schön (Stichwort Mähen) zu halten. Dies wurde allerdings aus unterschiedlichen Gründen (andauernde Holzarbeiten, Sicherheitsaspekte betr. Pfadfinder, Vegetation) in den letzten 2 Jahren nicht gerade leichter und wenn sich dann auch noch die Frage nach dem Sinn stellt, sollte man ggf. gegensteuern.
Möglicherweise war das kleine Teilnehmerfeld des Pannonia Open einfach nur Pech und es hat viele unterschiedliche Gründe, mein Resumee ist allerdings ein anderes: der Parcours in Eisenstadt ist einfach nicht mehr so beliebt wie früher – aus welchen Gründen auch immer – und das ist zu akzeptieren und auch zu respektieren. So wie sich die Welt weiterdreht, hat sich auch die Discgolfszene weiterentwickelt – das ist auch gut so, man muss daraus nur die richtigen Schlüsse ziehen.
Für mich bedeutet das vorerst mal das Jahr 2026 zu betrachten und hier sehe ich ein Fortführen des derzeitigen Designs als nicht gerade sinnvoll an
• die Holzarbeiten dauern zumindest bis Mitte Mai an und werden wohl auch 2027 fortgeführt
• der Abbau der Stromleitung wird zu größeren Einschränkungen unserer obigen Bahnen führen
• das Pfadfindergelände wird von uns weiterhin so gut wie möglich bei den zahlreichen Aktivitäten (Lager, Heimstunden, Feste) geschützt, was tourliche Kursänderungen zur Folge hat
• Im März 2027 steht die Pachtverlängerung (Ausgang offen) für den herunteren Teil an, weswegen Aktivitäten im heurigen Jahr gut zu überlegen sind.
• Der Natur sollte etwas Zeit gegeben werden, sich von den Eingriffen der Holzarbeiten zu erholen – die Entwicklung wird dann zeigen, was zukünftig mit vertretbarem Aufwand möglich ist und was nicht
Es ist logistisch teils schwierig und zeitaufwendig nahezu jeden Tag darüber nachdenken zu müssen, welche Bahnen gespielt werden können und welche nicht und die aktuelle Situation auch entspr. zu kommunizieren. Oftmals hörte ich in den letzten Jahren wie zeitaufwendig es ist, ein PopUp-Turnier auf die Füße zu stellen – dem stimme ich 100%ig zu, wenn man den Zeitraum des Turniers selbst und einige Zeit davor und danach betrachtet. Wenn man einen Parcours allerdings das ganze Jahr auf Turnier-Niveau halten will, dann ist zwar die Zeit rund um ein Turnier wahrscheinlich etwas weniger stressig aber dafür der Aufwand der Betreuung in der restlichen Zeit nicht zu unterschätzen.
Aus diesen Gründen sehe ich mich gezwungen – und glaubt mir bitte, dass dies mit schweren Herzen ist – unseren Parcours zumindest bis Herbst deutlich zu reduzieren. Abgesehen vom unveränderten Razorback-Parcours wird es nur mehr auf dem herunteren Teil ein vollständiges Layout geben, welches sich aus bisherigen roten und blauen Bahnen zusammensetzt. Dies soll allerdings immer (also auch während Pfadfinder-Aktivitäten) bespielbar sein und ich möchte auch dafür sorgen, dass sich diese Bahnen euch in einem gepflegten Zustand präsentieren werden.
Der obere Teil (also Bahn 7 bis 13 des Tournament-Layouts) wird somit vorerst stillgelegt. Ob die Tee’s und Körbe abgebaut werden oder erhalten bleiben, weiß ich noch nicht – eine Pflege erfolgt jedenfalls nicht. Spätestens im nächsten Winter wird jedoch eine Entscheidung notwendig sein, was zukünftig damit passieren wird, da sich die Natur diesen Bereich sonst zurückholen wird.
Und nun bin ich auch schon mit einem Wunsch an euch herangetreten. Jede(r) von Euch ist eingeladen, mir mit via Anruf, WhatsApp oder dgp@outlook.at Feedback zu geben. Es wird zu einem großen Teil von euch abhängen, wie es mit dem Parcours in Eisenstadt weitergeht. Das betrifft sowohl meinen eigenen Einsatz (je mehr Sinn ich darin sehen werde, desto eher werde ich auch weiterhin meine Freizeit investieren) als auch die generelle Zukunft des Parcours – und die wird bzw. kann es hoffentlich auch ohne mich geben.
Ich bedanke mich bereits im Vorfeld für etwaige und hoffentlich viele Rückmeldungen – Euer Christian